Die Wendlingerin Melina Kasper gewann den ersten Platz beim bundesweiten Landschaftsgärtner-Cup in Ludwigsburg
WENDLINGEN/NÜRTINGEN. In einem ist sich die Wendlingerin Melina Kasper sicher: Hätte sie nicht vom Zizishäuser Florian Koch so intensiv gezeigt bekommen, wie man Steine bearbeitet, dann hätte es nicht zum Sieg gereicht. Eine bescheidene junge Frau, die in der großen Freude über den ersten Platz beim Landschaftsgärtner-Cup 2007 am vergangenen Wochenende im Blühenden Barock in Ludwigsburg zuerst an die andern denkt. Gewiss hat die akkurat gesetzte Mauer ihr Pluspunkte gebracht. Aber um die Aufgabe des Bundeswettbewerbs der Landschaftsgärtner zu lösen, braucht es schon mehr. Melina Kasper hat gemeinsam mit ihrem Team-Kollegen Sebastian Buck all die Forderungen mit Bravour bewältigt. Beide sind Beispiel dafür, wie erfolgreich junge Menschen sein können, wenn der gewählte Beruf zur Berufung wird.
Wie kommt eine junge Abiturientin zum Berufswunsch Landschaftsgärtnerin? Ist es die Liebe zu Pflanzen und Tieren, die sie beim Großvater kennengelernt hat? Dass sie draußen in der Natur arbeiten möchte, das hat sie schon als Schülerin des Robert-Bosch-Gymnasiums gespürt. Nach dem Abi und einem freiwilligen ökologischen Jahr beim Naturschutzbund in Geesthacht bei Hamburg stand Melina Kaspers Berufswunsch fest. Im Nürtinger Gartenbaubetrieb „Baum und Garten“ von Albrecht Bühler wurde die junge Wendlingerin mit offenen Armen aufgenommen: Abiturientin, freiwilliges ökologisches Jahr und weiblich sind für den Gartenbauchef Indikatoren für eine erfolgreiche Ausbildung. Und er wurde nicht enttäuscht. Ihren Gesellenbrief hat Melina Kasper längst in der Tasche und im Nürtinger Gartenbaubetrieb Verantwortung für die Auszubildenden übernommen. Im Sommer hatte sich Melina Kasper mit ihrem Teamkollegen im Landesentscheid der Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau nach vorne gewerkelt. Acht Zweier-Teams stellten sich jetzt in Ludwigsburg der Wettbewerbsaufgabe. Eine rund 16 Quadratmeter große Gartenfläche musste in 14 Stunden an zwei Tagen nach genauen Planvorgaben gestaltet werden. Mauern wurden gesetzt, eine Holzterrasse gezimmert, Pflanzfelder angelegt und gestaltet, Natursteinpflaster verlegt und das Gartenfeld mit einem Quellstein versehen. Das Team Kasper/Buck hat mit der kreativen und akkuraten Umsetzung des Plans am Ende den ersten Platz ergattert. Die intensive Vorbereitung auf den bundesweiten Wettbewerb hat sich gelohnt.
Lob für eine motivierte und wache Nachwuchskraft
Zwei Jahre hat für die Abiturientin die Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin gedauert. Viel habe sie in dieser Zeit gelernt, versichert Melina Kasper. Im Nürtinger Ausbildungsbetrieb hat sie nicht nur engagierte Mentoren gefunden, sondern auch Freunde. Albrecht Bühler ist sichtlich stolz auf seine „motivierte, wache“ Nachwuchskraft. Landessieger im Nachwuchswettbewerb der Landschaftsgärtner hat der Nürtinger Gartenbaubetrieb schon mehrmals gestellt. Ein bundesweiter Sieg war bisher allerdings nicht drin. Im vergangenen Jahr hat das Nürtinger Unternehmen den Taspo-Award als Anerkennung der herausragenden Ausbildungsleistung erhalten. 2007 ist der Gartenbaubetrieb erneut nominiert. Weil eine solche Auszeichnung immer auch das Ergebnis des Einsatzes der Mitarbeiter ist, dürfen in diesem Jahr Mitarbeiter von Albrecht Bühler zur Preisverleihung mit nach Berlin fahren. Unter ihnen die junge Bundessiegerin Melina Kasper. Was sie am Beruf des Landschaftsgärtners besonders reizt? Die 22 Jahre alte Melina Kasper zögert mit der Antwort nicht: Der Beruf ist abwechslungsreich, man ist draußen in der Natur. Nein, das sei auch bei Regen alles andere als schlimm, kontert sie Einwürfe. Für sie sei es wichtig, Spaß an der Arbeit zu haben. Nur im Büro zu sitzen, das komme für sie nicht in Frage. Dennoch, wenn sie den Blick in die Zukunft wirft, sieht sie doch einen Kompromiss: ein Jahr will sie noch im Nürtinger Betrieb arbeiten, dann strebt sie das Studium der Landschaftsarchitektur an. Aber auch dann, wenn sie diesen weiteren Abschnitt bewältigt habe, wolle sie immer auf den Wechsel zwischen Planung und Umsetzung draußen in der Natur achten. Strahlende Sieger: Die Wendlingerin Melina Kasper mit ihrem Teamkollegen Sebastian Buck vor ihrer Wettbewerbsarbeit beim Landschaftsgärtner-Cup vor dem Ludwigsburger Schloss. Beide wurden Bundessieger. pm